• Fabia Mortis

Unheil



Der Mond hat sich verhüllt

In ein dunkles Unglückskleid

Ein Schatten macht sich breit

Von stiller Finsternis erfüllt

Erhebt sich ein alter Feind

Der im Verborg‘nen keimt.


Es ist der Dolch vom Seengrund

Dem pure Bosheit innewohnt

Nichts hat er je verschont

Jener verhängnisvolle Fund

Aus fremdem Sternenstoff

Seit er einst vom Himmel floss.


Sein Gesang lockt klar und kalt

Wie Eis, das im Sturm zerbricht

Wenn die scharfe Klinge sticht

Voll roher Zorngewalt

Dringt sie durch Gebein und Leib

Bis nur das Vergessen bleibt.


Das Unheil von den Sternen

Fiel heiß auf die Welt herab

Es kam von den Flimmerfernen

Aus dem eisbedeckten Grab

Dort, wo die Schöpfung sich verzehrt

Und eine schwarze Ödnis schwärt.


© Fabia Mortis

19.07.2021



Bild: free photos pixabay