• Fabia Mortis

Traumland

Aktualisiert: 22. Dez 2021

Für Edgar Allan Poe



Jenseits vom Weltenrand

Stürzt das Meer ins Nichts

Dort liegt ein Geisterland

Im steten Dämmerlicht

Überragt von dunklem Thron

Schweigend, ohne Ton.


Im fahlen Zwielichtschein

Schleicht es namenlos umher

Durch Staub und Felsgestein

Ein Ding aus alter Schauermär

Vor dem es Aug‘ und Seele graut

Hebt sein goldbekröntes Haupt.


Es ist der Herr der Nacht

Der den Dämonenort durchstreift

Niemals schlafend, ewig wach

Wacht er übers Königreich

Auf mächt'gem Schattenflügel

Überschwebt er Tal und Hügel.


Nur ein Wanderer im Traum

Vermag jene Welt zu seh’n

Fernab von Zeit und Raum

Lässt er sie vorüber zieh‘n

Bis nur ein Gedanke bleibt

Von der stillen Ewigkeit.


© Fabia Mortis

16.12.21



Illustration: Pixabay