• Fabia Mortis

Schwarze Adelheid




Gift trieft bös‘ von ihrer Zunge

Dass alle Männer vor ihr fliehen

Laut keift sie aus voller Lunge

Bis Junker Jan die Ohren glühen.


Ihr Haar glänzt wie Rabenflügel

Doch die Nase ist ein echter Graus

Den Junker hält sie fest am Zügel

Sonst nimmt er noch Reißaus.


Sie ist bekannt landauf landab

Als die Schwarze Adelheid

Der Zinken groß, am Busen platt

Kennt sie nur Zank und Streit.


Jan hat sie nicht zur Braut erwählt

Es ist der Wunsch vom Vater

Dass er sich für den Mammon quält

Mit Adelheid zur reinsten Marter!


Er scheut den üblen Mundgeruch

Und ihre schiefen gelben Zähne

So dass er schnell das Weite sucht

Auf der Flucht vor der Hyäne.


Als Jan im grünen Tann spaziert

Und das Schicksalsrad sich dreht

Wird er von einer Maid berührt

Die wie ein Engel schwebt.


Adelheid sitzt allein im Kämmerlein

Und wird als Jungfer scheiden

Sie spritzt weiter üblen Schleim

Jan mag seine Braut nicht leiden!


© Fabia Mortis

19.02.21



Illustration: Stefanie Dirscherl