• Fabia Mortis

Schattenfee

Aktualisiert: Okt 23


Illustration: Coverboutique



Im dichten Nadeltann

Haust eine Zauberfee

Die einst aus dem Nebel kam

Oft steht sie am dunklen See

Den der Schattenwald begrenzt

Von reiner Finsternis umkränzt.


Der König schlug sie in den Bann

Ein Grund ward nie bekannt

In der Hexe keimt ein Racheplan

An jenem stillen Strand

Sein Gift erwächst zu voller Blüte

Gnadenlos und ohne Güte.


Im Nachtwind weht ihr helles Haar

Als sich der See zu Wogen türmt

Ihr Blick schweift kalt und starr

Zum Himmel, der ihr so zürnt

Und zu einem Ding im tiefen Grund

Das mit Glitzerstrahlen prunkt.


Die Fee taucht in den See hinab

Zum schwarzen Teufelsschlund

In ein nasses kaltes Grab

Bis hin zu jenem stillen Punkt

An dem ein leises Funkeln ruft

Nach dem sie so begehrlich sucht.


Es ist ein Zeug aus Adamant

Welches im See verborgen liegt

Eines, das noch niemand fand

Und einen fremden Zauber sprüht

Der nichts als den Tod verspricht

Die Fee hüllt ihn ins Seidentuch

Diesen düst‘ren Schicksalsfluch.


© Fabia Mortis

30.05.2021