• Fabia Mortis

Sündenfrucht

Aktualisiert: Okt 23



Sattrot leuchtet sie im Baum

Und lockt mit ihrem Glanz

Zum süßen Liebestanz

Der Pracht ist nicht zu trau‘n

Denn die Schlange lauert schon

Als gift’ger Sündenlohn.


Dort ist nichts als Lug und Trug

Bedeckt von Ast und Blatt

Von außen zart und seidenglatt

Scheint sie niemals genug

Jene grelle Lasterfrucht

Nach der jeder so sehr sucht.


Sie mundet fein und delikat

Wie Wein aus frischem Blut

Von ihrer heißen Loderglut

Bleibt nichts als Verrat

Der das Herz in Stücke reißt

In kaltes Splittereis.


Es pocht ganz leis‘, nicht laut

Wie Wind, der in der Ferne weht

Spröd fühlt sich’s an – wie taub

Weil’s nicht mehr glutvoll bebt

Fortan schlägt’s still für sich allein

Umhüllt von Felsgestein.


© Fabia Mortis


28.07.21



Bild: free photos pixabay