• Fabia Mortis

Novembermorgen




Ein Novembermorgen

Zieht trist und grau herauf

Wind weht kalt von Norden

Blätter tanzen zuhauf

Wie unerfüllte Träume

Um die Nebelbäume.


Hoch über Feld und Tal

Steht Dunst am steilen Hang

Doch nicht jeder Ast ist kahl

Der weite Hügelkamm

Trägt ein gold’nes Festgewand

Gekrönt vom Flammenband.


Sein Schleier senkt sich fein

Über die stille Flur

Fahler Sonnenschein

Zieht schüchtern seine Spur

Durchs reifbedeckte Gras

Die Welt klingt tot wie Glas.


Bald liegt alles hüllenlos

Im trüben Dämmerschlaf

Der Wind treibt frischen Frost

Klar und schneidend scharf

Pfeift er übers kahle Land

Und verjagt die Nebelwand.


© Fabia Mortis

05.11.21



Illustration: Pixabay