• Fabia Mortis

Nachtfalter

Aktualisiert: Jan 16



Nachtfalter

kommen verloren

Wie Gedanken aus

dem Dunkel geboren,

Sie müssen dem Tag

aus dem Wege gehen

Und kommen zum Fenster

um hellzusehen.

Und in die Nachtstille

versunken,

Flattern sie zuckend

und trunken,

Sie haben nie Sonne,

nie Honig genossen,

Die Blumen alle

sind ihnen verschlossen.

Nur wo bei Lampen

die Sehnsucht wacht,

Verliebte sich grämen

in schlafloser Nacht

Da stürzen sie in das Licht,

sich zu wärmen,

Das Licht,

das Tränen bescheint

und Härmen:

Die Falter der Nacht,

die Sonne nie kennen,

Sie müssen an den Lampen

der Sehnsucht verbrennen.


Max Dauthendey

(1867 – 1918)





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