• Fabia Mortis

Herbstweh

Aktualisiert: Okt 26



Sein goldenroter Rausch

Malt die Blätter farbenbunt

Wenn der Wind sie bauscht

Vorm blauen Himmelsgrund

Dann ist der Sommer fort

König Herbst regiert den Ort.


Sein Feuer leuchtet grell

Durch die kühle Morgenluft

Zwar scheint die Sonne hell

Doch ohne gelben Wärmeduft

Ein fahler Nebelhauch

Umhüllt Geäst und Strauch.


Abends senkt sich Stille

Auf eine nackte Welt herab

Sie dringt bis in die letzte Rille

Der Wind treibt ein welkes Blatt

Und weht‘s in die Dunkelheit

Es bleibt nur ein kahler Zweig.


Blattlos ruh’n die Wälder

Wenn Reif sie sanft umschmiegt

Nebel bedeckt die toten Felder

Über die eine Krähe einsam fliegt

Frostklar ersteht die Nacht

Vom Geistermond bewacht.


© Fabia Mortis

03.10.21



Illustration: Pexels