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  • Fabia Mortis

Eine Laune der Natur

Die Steinerne Rinne von Rohrbach im Naturpark Altmühltal


Illustration: @ Fabia Mortis



Etwas versteckt in einem üppigen Laubwald im Rohrbachtal liegt eine „Steinerne Rinne“.


Über eine Länge von etwa 100 Metern und bis zu 1,50 Metern Breite hat sich inmitten von lichtdurchflutetem Grün ein kleiner Kalktuffdamm gebildet, an dessen Oberseite das Wasser nach 20 Metern Verlauf aus seinem Bachbett heraustritt und in eine schmale Rinne übergeht.


Für die Bildung von Steinerne Rinnen benötigt es besondere geologische und physikalische Voraussetzungen. Sie entstehen, wenn eine Tonschicht im Boden das Versickern des Wassers verhindert. Durch die Kraft der Erosion gräbt es sich für gewöhnlich in ein Bachbett. Bei Rohrbach hat das sehr kalkreiche Wasser (Jura-Kalk) mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert und einen kleinen Damm aus Tuffgestein von bis zu einem Meter Höhe gebildet. Im Lauf der Zeit ist in seiner Mitte ein Rinnsal entstanden, durch welches das Wasser von einer artenreichen Vegetation umrahmt hangabwärts fließt.


In Bayern sind zwölf dieser Naturdenkmäler bekannt. Sechs davon befinden sich im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.


Steinerne Rinnen können pro Jahr bis zu zwei Zentimeter an Höhe zunehmen, reagieren jedoch sehr empfindlich auf äußere Einflüsse. Herabgefallenes Laub etwa kann den Wachstumsprozess stören. Daher sind sie auf die ständige Pflege durch den Menschen angewiesen.


Bei Rohrbach läuft man über einen hölzernen Steg an der Rinne entlang. Selbst an einem Sonntagnachmittag trifft man dort kaum auf einen Menschen. Der Wald ist friedlich, wunderschön und strahlend grün. Nur das sanfte Plätschern des Wassers und das Zwitschern der Vögel durchdringen die träumerische Stille.


Die Steinerne Rinne von Rohrbach ist nicht nur eine seltsame Laune der Natur, sondern auch ein Energieort, der sich auf eine leise Art voller Poesie und Schönheit offenbart.


Vorausgesetzt man nimmt sich die Zeit, ihn abseits von menschengemachter Hektik in aller Ruhe zu betrachten und auf die Seele wirken zu lassen …



© Fabia Mortis

21.07.22