• Fabia Mortis

Das Vogelhaus



Fotos: © Fabia Mortis



Auf kahlem Winterast

Sitzt eine kleine Meise

Der bunte Futtergast

Pfeift auf munt're Weise

Sein zauberhaftes Lied

Er ist ein Nüssedieb.


Nah am alten Birkenbaum

Liegt ein wohlbekannter Ort

Unscheinbar und braun

Hängt ein Vogelhäusl dort

Sanft schaukelt’s hin und her

Wohlgefüllt und niemals leer.


Dem hellen Rufgesang

Folgt flinker Flügelschlag

Blau-gelb fliegt’s heran

So geht’s den ganzen Tag

Und auch im Rest vom Jahr

Trifft sich hier die Zwitscherschar.


Ob‘s an der Erdnuss liegt?

Vielleicht ist sie der Grund

Da selbst der Specht sie liebt

Er ist schon kugelrund

Wie hübsch er den Kragen reckt

Wenn er ihn ins Häusl steckt!


Ein Kleiber schaut vorbei

Der brummige Gesell

Hackt Wurm und Nuss entzwei

Konzentriert und schnell

Schnappt er sich eine Wegration

Satt fliegt er davon.


Auch eine Zeteramsel

Gibt sich oft die Ehre

Die schwarzbraune Mamsell

Speist gern Vogelbeere

Still blickt sie in die Runde

Und genießt die Mußestunde.


Dieser heimelige Fleck

Liegt auf einem Südbalkon

Vor Krähen gut versteckt

Dort, wo die Erdnuss wohnt

Lockt ein Gaumenschmaus

In dem kleinen Vogelhaus.


© Fabia Mortis

13.02.22




Ein Gedicht entsteht aus einem besonderen Moment, einem Gefühl oder Gedanken heraus.

Jedes von ihnen ist auf seine Weise einzigartig und erzählt eine Geschichte.

Oft sind es die kleinen Dinge, die nicht viel kosten, welche die größte Freude bereiten.