• Fabia Mortis

Das Geisterpferd




Zwischen Nacht und Tag

Im sanften Zwielichtraum

Ganz nah am Morgengrau‘n

Grast im weiten Hag

Still und unbemerkt

Ein blasses Geisterpferd.


Es schimmert perlengleich

Wie ein Juwel aus Schnee

Stolz steht’s im Nebelsee

Fern und mondenbleich

Bis der kühle Morgenwind

Es lautlos mit sich nimmt.


Ein Zauber liegt auf ihm

Mit dem ihn die Hexe bannt

In dieses weite Dämmerland

Von dort kann‘s nie entflieh’n

In warme Sonnenstrahlen

Die sein Fell bemalen.


So bleibt es immerfort

Im blinden Schleierfeld

Niemals dunkel, niemals hell

Ist’s ein leerer Zwischenort

An dem die Zeit verharrt

Fremd und eiserstarrt.


© Fabia Mortis

30.10.21



Illustration: Pixabay