»Poetry is the rhythmical creation of beauty in words.«  Edgar Allan Poe  

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  • Fabia Mortis

Betört




Ein Windstoß zaust ihr Haar

Als sie den Raum betritt

Einander fern und doch so nah

Ein Blick, der seinen trifft.


Stille macht sich breit

Und die Welt verharrt

Im tiefen Fluss der Zeit

Denn das Schicksal naht.


Sie geht an ihm vorbei

Ihr Kleid streift sacht an ihm

Er brach ihr Herz entzwei

Nie hat sie ihm verziehn.


Schon hat sie ihn betört

Obwohl sie ihn nicht kennt

So vieles war zerstört

Doch sein Feuer brennt.


Es glüht seit vielen Jahren

An einem dunklen Ort

Das, was sie einmal waren

Ist schon lange fort.


Er folgt ihr durch die Nacht

Und lässt sie niemals los

Die Glut ist neu entfacht

Zwei Seelen liegen bloß.


Sanft fasst er ihre Hand

Sie sieht ihn fragend an

Von seinem Blick gebannt

Ertönt ein ferner Klang.


Fremd und doch vertraut

Wie ein geheimes Lied

Bis der neue Morgen graut

Und sie ins Dunkel flieht.


© Fabia Mortis

06.03.21



Illustration: Getty Images