• Fabia Mortis

Auriane



Wenn sich der Abend dunkelt

Und fahles Mondlicht glimmt

Silberbleich und düsterblind

Wird all die Blässe überfunkelt

Von einer Zaubermaid

Im gold’nen Anmutskleid.


Es ist Auriane, die sich wiegt

Zu einer fremden Melodie

Aus Hexenzauber und Magie

Die ihr heiß im Blute liegt

Einen jeden Herrn verführt

Der ihren Liebreiz spürt.


Stets bleibt sie unbewegt

Denn keiner rührt ihr Herz

Nichts weiß sie vom Schmerz

Der dunkle Träume webt

Wenn die Rachsucht glüht

Und Feuerfunken sprüht.


Ein schöner Edelmann

Kreuzt ihren kühlen Blick

Er webt ein Seidenband

Für ihr künftiges Geschick

Auf dem Pfad aus Stein

Und schwarzer Seelenpein.


Sie tanzt ihm durch den Sinn

Die Maid aus Schattenlicht

Zueinander zieht sie‘s hin

Bis das Schicksal sie zerbricht

In tausend Schmerzenssplitter

Scharf und tränenbitter.


© Fabia Mortis

02.10.21



Illustration: Pexels