• Fabia Mortis

Über das Schreiben im Allgemeinen und E-Book Piraterie im Besonderen




Bücher zu schreiben erfordert nicht nur Fantasie und Kreativität, sondern auch eine gehörige Portion Disziplin, Ausdauer, Zeit – und nicht zu vergessen - einen erheblichen Einsatz von finanziellen Mitteln.


Meine Bücher Finsterblüte, Schattendame und Dark Queen (welches in Kürze zur Veröffentlichung ansteht) sind aus reiner, unverfälschter Schreibfreude heraus entstanden. Der kreative Schaffensprozess aus einem zufälligen, impulshaften Gedanken oder einer beängstigenden Traumsequenz heraus die eigene Vorstellungskraft in ein optisch schönes Gewand zu kleiden, ist für mich nach wie vor herausfordernd und faszinierend. Es ist ein wunderbares Gefühl, das Endprodukt schließlich in den Händen zu halten. Nichts kommt dem gleich!


Der Finanzierung des eigenen Lebensunterhaltes aus den Einkünften von Buchverkäufen ist vermutlich ebenso utopisch wie deren Handlung. Diese Tatsache war mir von Anfang an bewusst. Meine vage Hoffnung, zumindest kostendeckend zu arbeiten, um weiter schreiben zu können, hat sich schnell wieder verflüchtigt. Natürlich wäre es schön, wenn sich das Projekt Fabia Mortis irgendwann selbst tragen würde. Bisher hat es sich als ein sehr kostspieliges Hobby erwiesen. Eines, für das ich jedoch gerne auf Vieles verzichte.


Es ist immens schwierig bis nahezu unmöglich, als Independent Autorin/Self-Publisher auf dem hart umkämpften Buchmarkt mit millionenfachen Neuveröffentlichungen pro Jahr allein im deutschsprachigen Bereich Fuß zu fassen. Insbesondere, wenn man ganz bewusst von Werbung und Auftritten in den Sozialen Netzwerken Abstand nimmt. Einmal abgesehen davon, dass es mir zutiefst widerstrebt, mich sozusagen verkaufen zu müssen, mit dem Ziel Bücher zu verkaufen. Ich wollte eigentlich immer nur schreiben. Der ganze Autorenkram wie Marketing, Pressearbeit, Social Networking etc. lenkt vom Wesentlichen ab. Deshalb wird diese Website auch künftig meine einzige öffentliche Präsenz bleiben.


Meine Bücher bewegen sich abseits vom Mainstream. Der Schreibstil ist sicherlich ungewöhnlich und nicht jedermann gefällig. Auch daran wird sich nichts ändern. Ich schreibe so, wie es mir gefällt – nicht, um zu gefallen. Im Grunde genommen fühle mich ganz wohl damit, so wie es ist. Über positive Rückmeldungen, die mich ab und an doch erreichen, freue ich mich natürlich. Und auch eine konstruktive, ehrliche Kritik ist jederzeit willkommen.


Allerdings ist für mich persönlich eine Schmerzgrenze erreicht, wenn ich beim Surfen im Netz wieder einmal auf einen Link zum kostenlosen Download meiner Bücher stoße. Ganz offensichtlich herrscht dort ein reger und stetig zunehmender Handel mit illegalen E‑Books, der professionell betrieben wird und schwer bis überhaupt nicht zu unterbinden ist, da die Hintermänner samt Server oft im Ausland ansässig sind. Zudem verschwinden die betreffenden Links und Foren regelmäßig von der Bildfläche, um an anderer Stelle wieder giftpilzgleich aus dem Boden zu schießen. Wie ich bei diesbezüglichen Recherchen selbst feststellte, sind Finsterblüte und Schattendame auf dem Schwarzmarkt heiß begehrt, obwohl ich offiziell bisher sehr wenige Exemplare davon verkauft habe. Eine unerwünschte und zweifelhafte Ehre


In einem Artikel zum Thema las ich sinngemäß, dass Lesefreunde von dubiosen Anbietern kriminialisiert würden. Wenn es nicht so traurig wäre, hätte mich diese Aussage fast zum Lachen gereizt. Allerdings nur fast.


Jemand der sich ein urheberrechtlich geschütztes Werk bewusst und illegal auf einschlägigen Seiten beschafft, ist für mich definitiv kein Lesefreund. Er ist ebenso kriminell wie die Anbieter. Und ein Tritt in den Arsch von jedem Angehörigen der Autorengemeinde und allen, die am Entstehungsprozess eines Buches beteiligt sind. Ganz unpoetisch ausgedrückt.


Als freischaffende Autorin, die ohnehin schon kaum etwas verdient und durch diese Praxis zusätzlich geschädigt wird, stellt sich mir nun die Frage, ob ich in Zukunft überhaupt noch weiter publizieren möchte. Denn schon bei der Veröffentlichung muss ich damit rechnen, dass mir mein geistiges Eigentum dreist geklaut wird. Dies wiegt für mich im Übrigen wesentlich schwerer als der finanzielle Schaden.


Auf derartige Lesefreunde kann ich getrost verzichten!



© Fabia Mortis

26.12.21




Illustration: Pixabay